Was macht man am Schabbat?

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Der Schabbat, oft auch als Sabbat bezeichnet, ist im Judentum der siebte Tag der Woche, an dem keine Arbeit verrichtet werden darf. Die Bezeichnung ‚Schabbat‘ kommt vom hebräischen Wort ‚schevet‘, was ‚ruhen‘ oder ‚aufhören‘ heißt. Er ist ein zentraler und heiliger Tag, der von Freitagabend bei Sonnenuntergang bis Samstagabend bei Einbruch der Dunkelheit gefeiert wird.

Hier sind einige wichtige Fakten über den Schabbat:

Biblischer Ursprung des Schabbat

Die Einhaltung des Schabbats beruht auf der biblischen Schöpfungsgeschichte im Buch Genesis: Gott benötigte sechs Tage zur Erschaffung der Welt, am siebten ruhte er. 

Die Einhaltung des Schabbats ist in den Zehn Geboten festgeschrieben, die Moses auf dem Berg Sinai empfing und die in der Tora aufgezeichnet sind. Sie gelten als ein Eckpfeiler des jüdischen Glaubens und der jüdischen Praxis.

Tag der Ruhe

Der Schabbat ist ein Tag der Ruhe und der geistigen Verjüngung. Gläubige Juden dürfen am Sabbat und an den religiösen Feiertagen weder kochen noch das Licht anschalten, keine elektrischen Geräte benutzen, keine Autos fahren oder Busse, Bahnen, Schiffe oder Flugzeuge benutzen. Sie verzichten an diesen Tagen auch auf jede Form von kreativer Tätigkeit. Es ist eine Zeit der Besinnung, des Gebets und der Zeit mit der Familie und der Gemeinschaft.

Vorbereitungen für den Schabbat

Die Vorbereitungen für den Schabbat beginnen vor Sonnenuntergang am Freitag. Dazu gehören die Zubereitung spezieller Mahlzeiten, der Hausputz oder heutzutage auch die Programmierung der Steuerungen für Hauselektronik. Einige Haushalte stellen beispielsweise ihre Lichtschalter so ein, dass sich Lampen am Schabbat ohne menschliches Zutun an- und ausschalten.

Beginn und Ende des Schabbat

Das abendliche Anzünden der Kerzen am Freitag markiert den Beginn des Schabbats. Traditionell zündet man zwei Kerzen an, um an die beiden Gebote zu symbolisieren und sich an den Sabbat zu erinnern.

Am Ende des Schabbat, am Samstagabend, wird eine Zeremonie namens Hawdala durchgeführt, die die Trennung zwischen dem heiligen Tag und dem Rest der Woche markiert. Dazu gehören Segenssprüche über Wein, Gewürze und eine mehrflammige Kerze. Mit der Hawdala beginnt die neue Woche.

Synagogen-Besuch

Gläubige Juden besuchen am Freitagabend und am Samstagmorgen die Synagoge. Die wöchentlichen Schabbat-Gottesdienste umfassen Gebete, Lesungen aus der Tora und Predigten.

Schabbat-Mahl und Kiddusch

Zu Beginn des Mahls am Freitagabend spricht man über einem Becher mit Wein oder Traubensaft einen besonderen Segensspruch, Kiddusch genannt. Zu essen gibt es am Schabbat ein spezielles geflochtenes Brot, die Challah (hier ein Rezept: Challah Backen). Es ist üblich, während des Schabbatmahls mindestens zwei Challah-Laibe auf dem Tisch zu haben.

Zeit für die Gemeinschaft und die Familie:

Am Schabbat sollen die Bindungen in der Familie und in der Gemeinschaft gestärkt werden. Es ist üblich, dass Familien zu den Mahlzeiten zusammenkommen und gemeinsam die Tora studieren oder Freizeitaktivitäten unternehmen.

Spirituelle Bedeutung

Der Schabbat ist nicht nur eine Zeit der körperlichen Erholung, sondern auch eine Zeit der geistigen Besinnung und der Verbindung mit G*tt. Er gilt als ein Vorgeschmack auf die kommende Welt, ein Vorgeschmack auf den Frieden und die Harmonie, die in der messianischen Ära herrschen werden.